Die Bahamas sind das Monaco der Karibik: keine Einkommensteuer, keine Kapitalertragsteuer, keine Vermögensteuer, keine Erbschaftsteuer, ein fest an den US-Dollar gekoppelter Bahama-Dollar, britisch geprägtes Common Law und Miami als medizinisches Rückgrat eine knappe Flugstunde entfernt. Der Eintritt läuft über Geld statt Formulare: Permanent Residency gegen Immobilieninvestment ab 750.000 US-Dollar, beschleunigt ab 1,5 Millionen. Und wie beim europäischen Vorbild gilt: Die Null im Zielland ist nur die halbe Rechnung, denn kein einziges Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland, Österreich oder der Schweiz bedeutet für Deutsche die volle § 2 AStG-Kaskade und für Schweizer die definitive Quellensteuer auf Vorsorgekapital. Dieser Leitfaden rechnet ehrlich, getrennt für Deutschland, Österreich und die Schweiz.

EntscheidungsakteBahamas
Status
Drittstaat
Währung
Bahama-Dollar, eins zu eins an den US-Dollar gekoppelt
DBA-Prüfung
Deutschland · Österreich · Schweiz
Redaktion
Stand 2026-07

Für wen passt die Bahamas-Lösung?

Gut passen die Bahamas zu dir, wenn dein Vermögen die 750.000-Dollar-Frage entspannt beantwortet und du angelsächsische Rechtssicherheit, Null-Steuern und US-Nähe in Karibikkulisse willst: Englisch als Amtssprache, Common-Law-Trusts als Gestaltungsraum, Direktflüge nach Miami im Stundentakt und eine Finanzplatz-Infrastruktur, die mit großem Geld umzugehen weiß.

Kritisch prüfen sollten den Umzug drei Gruppen: Deutsche mit fortbestehenden Deutschland-Interessen, denn die Bahamas sind wie Monaco ein Lehrbuchfall der erweiterten beschränkten Steuerpflicht. Budget-Kalkulierer, denn Zölle und Mehrwertsteuer machen den Alltag teurer als in Deutschland, und die Eintrittskarte ist siebenstellig gedacht. Und Hurrikan-Sorglose, denn Dorian 2019 hat gezeigt, dass das Risiko keine Fußnote ist.

Lebenshaltungskosten

Absolut gerechnet braucht ein Paar 3.500 bis 5.500 Euro im Monat inklusive Miete, womit die Bahamas über deutschen und österreichischen Großstädten und nahe der Schweiz liegen (dort kalkuliert ein Paar 5.000 bis 6.500 Franken). Der Grund ist strukturell: Der Staat finanziert sich statt über Einkommensteuern über Importzölle und Mehrwertsteuer, was fast jedes Produkt verteuert; Lebensmittel kosten 30 bis 50 Prozent mehr als in den USA, Strom ist teuer, Restaurants auf Resort-Niveau. Wohnen: gute Zweizimmerwohnungen in Nassau 1.500 bis 2.500 US-Dollar, in den Gated Communities darüber, auf den Familieninseln günstiger. Der Bahama-Dollar ist fest 1:1 an den US-Dollar gekoppelt; das Budget schwankt allein mit dem Euro-Dollar- beziehungsweise Franken-Dollar-Kurs.

Die ersten Behördengänge

Der Weg beginnt mit der Statusfrage (siehe unten): Annual Residence Permit (jährlich, mit Einkommens- und Leumundsnachweisen, moderate Gebühren) oder direkt die Permanent Residency über das Immobilieninvestment ab 750.000 US-Dollar (Antrag beim Department of Immigration, ab 1,5 Millionen beschleunigt). Danach: Bankkonto (die Institute sind Finanzplatz-erprobt und compliance-streng, lückenlose Herkunftsnachweise mitbringen), private Krankenversicherung und die Ummeldung des Führerscheins. Die Verwaltung arbeitet britisch-förmlich und karibisch-geduldig zugleich; ein lokaler Anwalt beschleunigt alles.

Steuern

Das Prinzip: Die Bahamas erheben keine Einkommensteuer, keine Kapitalertragsteuer, keine Vermögensteuer und keine Erbschaftsteuer; besteuert werden Konsum (Mehrwertsteuer, Zölle) und Immobilien (jährliche Real Property Tax mit Selbstnutzer-Staffeln). Deine Rente, Dividenden und Veräußerungsgewinne bleiben im Land unangetastet, und eine klassische Einkommensteuer-Veranlagung existiert schlicht nicht. Details im Steueratlas, zu Kryptowerten bei KryptoSteuern.

Die andere Hälfte der Rechnung schreiben die Heimatländer, ganz ohne Abkommen:

Deutschland: kein DBA, und die volle AStG-Kaskade

Erstens: Deine gesetzliche Rente bleibt in Deutschland beschränkt steuerpflichtig (Finanzamt Neubrandenburg), ebenso Betriebsrenten und andere deutsche Inlandseinkünfte, ohne jeden Vertragsschutz. Zweitens die Monaco-Parallele: Die Bahamas sind ein Nullsteuerland und damit ein Lehrbuchfall des § 2 AStG. Wer wesentliche wirtschaftliche Interessen in Deutschland behält, bleibt bis zu zehn Jahre erweitert beschränkt steuerpflichtig; dazu kommen die Wegzugsbesteuerung (§ 6 AStG) auf wesentliche Beteiligungen und die fünfjährige erweiterte unbeschränkte Erbschaftsteuerpflicht. Der Bahamas-Umzug eines vermögenden Deutschen ist ein Strukturierungsprojekt mit zwölf bis vierundzwanzig Monaten Vorlauf; ohne ihn kombiniert man Nassau-Preise mit deutschen Steuern.

Amtlicher Statusnachweis: Dass kein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und den Bahamas besteht (lediglich ein Informationsaustauschabkommen), ergibt sich aus der jährlichen BMF-Übersicht über den Stand der Doppelbesteuerungsabkommen: bundesfinanzministerium.de (Stand der DBA und anderer Abkommen im Steuerbereich, 1. Januar 2026). Die Zuordnung oben fasst die Rechtslage ohne Abkommen in eigenen Worten zusammen.

Österreich: kein DBA, dieselbe Grundlogik

Auch Österreich hat kein Abkommen mit den Bahamas. Die ASVG-Pension bleibt in Österreich beschränkt steuerpflichtig (§ 98 EStG); die Bahamas besteuern nicht, im Ergebnis bleibt es bei der österreichischen Steuer auf die Pension, während Kapitalerträge nach sauberem Wegzug steuerfrei laufen. Die österreichische Wegzugsbesteuerung auf Beteiligungen und Depots gehört vor die Abmeldung.

Schweiz: die Quellensteuer-Falle bei der zweiten Säule

Die AHV fließt ohne Schweizer Quellensteuer nach Nassau. Aber: Ohne Abkommen ist die Schweizer Quellensteuer auf Renten und Kapitalleistungen der Pensionskasse und der Säule 3a definitiv, ebenso bleibt die Verrechnungssteuer auf Schweizer Dividenden ohne Erstattungsweg. In der Bahamas-Zielgruppe entscheiden Auszahlungskanton und Timing des Bezugs vor dem Wegzug regelmäßig über sechsstellige Beträge; das gehört zwingend in die Beratung.

DBA-Quellen und geprüfte Rentenartikel (aufklappen)

Amtliche Abkommenstexte

Rentenartikel für Bahamas: Deutschland, Österreich und Schweiz

Bestätigte Wortlautauszüge zeigen wir nur, wenn die Prüfung sie ausdrücklich freigegeben hat. In allen anderen Fällen verlinken wir ausschließlich die amtliche Fundstelle. Verbindlich ist allein der dort veröffentlichte Abkommenstext.

Deutschland

Kein umfassendes DBA

Amtlicher Statusnachweis: Zwischen Deutschland und Bahamas steht kein umfassendes Einkommensteuer-DBA in Kraft zur Verfügung. Maßgeblich sind die verlinkten amtlichen Fundstellen und das innerstaatliche Recht. Es besteht lediglich ein Informationsaustauschabkommen, kein umfassendes Einkommensteuer-DBA.

Österreich

Kein umfassendes DBA

Amtlicher Statusnachweis: Zwischen Österreich und Bahamas steht kein umfassendes Einkommensteuer-DBA in Kraft zur Verfügung. Maßgeblich sind die verlinkten amtlichen Fundstellen und das innerstaatliche Recht.

Schweiz

Kein umfassendes DBA

Amtlicher Statusnachweis: Zwischen Schweiz und Bahamas steht kein umfassendes Einkommensteuer-DBA in Kraft zur Verfügung. Maßgeblich sind die verlinkten amtlichen Fundstellen und das innerstaatliche Recht.

Redaktioneller Hinweis: Die Artikel zeigen die abkommensrechtliche Zuweisung. Ob und in welcher Höhe tatsächlich Steuer entsteht, hängt zusätzlich von innerstaatlichem Recht, Rentenart und persönlichem Sachverhalt ab.

Wegzugsbesteuerung nach § 6 AStG: Für deutsche Anteilseigner mit mindestens 1 Prozent Beteiligung entsteht die Wegzugsbesteuerung bei Wegzügen ab dem 1. Januar 2022 mit dem Wegzug. Auf Antrag kann sie grundsätzlich in sieben gleichen Jahresraten entrichtet werden, regelmäßig zinsfrei und gegebenenfalls gegen Sicherheitsleistung. Diese Regel gilt unabhängig davon, ob das Zielland in der EU liegt oder ein Drittstaat ist.

Und für alle drei: Der Null-Vorteil greift nur bei wirklich beendeter Heimat-Ansässigkeit (Wohnung, Lebensmittelpunkt, Tage-Dokumentation); halb Nassau, halb Hamburg ist die teuerste Variante von allen.

Immobilie kaufen und seniorengerechtes Wohnen

Ausländer kaufen frei nach dem International Persons Landholding Act (Registrierung, bei größeren Grundstücken Genehmigung), mit britisch geprägtem Registerwesen und etablierter Anwaltspraxis. Die Nebenkosten sind erheblich: Mehrwertsteuer auf Immobilienübertragungen um 10 Prozent (geteilt üblich), Anwalt, Makler, dazu die jährliche Real Property Tax mit Selbstnutzer-Staffeln und Deckelung. Zwei Pflichten stehen über allem: Hurrikan-taugliche Bauweise (Dorian 2019 hat Abaco und Grand Bahama verwüstet) und eine Sturmversicherung, deren Prämien seither deutlich gestiegen sind und in jede Kalkulation gehören. Seniorengerecht sind die Gated Communities um Nassau (Lyford Cay, Old Fort Bay, Albany) und Paradise Island mit Concierge, Kliniknähe und Ebenerdigkeit. Erst mieten, eine volle Hurrikansaison erleben, dann kaufen, und der Kauf ab 750.000 US-Dollar löst zugleich die Residenzfrage.

Hilfe im Haushalt und Pflege

Haushalts- und Pflegepersonal ist verfügbar und US-nah bepreist (10 bis 20 US-Dollar pro Stunde); private 24-Stunden-Betreuung ist organisierbar, aber ein relevanter Budgetposten, und Heime europäischen Zuschnitts sind rar, gepflegt wird privat zu Hause oder in US-Einrichtungen. Deutsches und österreichisches Pflegegeld ruht (Drittstaat), die Schweizer Hilflosenentschädigung wird nicht exportiert. In dieser Zielgruppe ist das Budget selten das Problem, der schriftliche Plan (Nassau, Miami, Rückkehr) umso öfter: anlegen.

Erbrecht und Erbschaftsteuer

Die Bahamas wenden die EU-Erbrechtsverordnung nicht an; ihr Common-Law-Erbrecht gewährt weitgehende Testierfreiheit, Nachlässe laufen über Probate, und der Finanzplatz bietet mit Trusts und Foundations einen der reifsten Gestaltungsräume überhaupt. Aus Sicht der EU-Staaten führt dein gewöhnlicher Aufenthalt grundsätzlich zu bahamaischem Erbrecht; Deutsche und Österreicher treffen im Testament sinnvollerweise die Rechtswahl zugunsten des Heimatrechts oder nutzen bewusst die Testierfreiheit, Schweizer prüfen die IPRG-Parallele. Eine Erbschaftsteuer erheben die Bahamas nicht. Der Heimatvergleich: Deutschland besteuert Erwerbe der Kinder über 400.000 Euro mit 7 bis 30 Prozent, greift bei Erben in Deutschland weiter zu und hängt Wegzüglern die fünfjährige erweiterte Erbschaftsteuerpflicht an, weshalb die Erben-Anknüpfung hier die eigentliche Planungsfrage ist; Österreich kennt keine Erbschaftsteuer; die Schweiz besteuert kantonal, Ehegatten und Kinder meist befreit. Ein lokales Testament fürs Inselvermögen beschleunigt Probate erheblich. Gestaltung: AssetProtection Plus.

Krankenversicherung

Die Versorgungslogik ist amerikanisch: Nassau bietet ordentliche private Medizin (Doctors Hospital als Referenz), und für alles Komplexe fliegt man nach Miami, rund 55 Flugminuten mit eingespielten Verlegungswegen; die Familieninseln haben nur Basisversorgung. Pflicht ist eine internationale private Vollversicherung mit ausdrücklicher USA-Deckung und Evakuierung, und genau die macht die Bahamas versicherungstechnisch teuer: ab Mitte 60 realistisch 500 bis 1.000 Euro monatlich, denn US-Klinikpreise treiben jede Police. Kein S1, keine Mitnahme der gesetzlichen Kasse; der GKV-Rückweg (Anwartschaft, KVdR-Fristen) will vor der Abmeldung geklärt sein.

Banking: Finanzplatz mit Eintrittsprüfung

Nassau ist ein etablierter Offshore-Finanzplatz: Privatbanken und Trust-Companies mit jahrzehntelanger Erfahrung, dafür strenge Compliance (lückenlose Herkunftsnachweise, Substanzfragen) und CRS-Meldeflüsse in die Heimat, die man kennt statt fürchtet. Alltagskonten in BSD und USD sind mit Residenzstatus unkompliziert. Die Grundregel bleibt: Konzentration ist Risiko, größere Liquidität bleibt über Jurisdiktionen diversifiziert, auch außerhalb der Karibik; Strategien bei FreedomBanking Plus.

Physisches Gold und Edelmetalle

Zur Bahamas-Logik (kein Steuerzugriff, Trust-Infrastruktur) passt physisches Gold als Baustein; gelagert wird professionell in Zollfreilagern der Schweiz oder Singapurs, nicht im Inselschließfach einer Hurrikanzone; Einordnung und Anbieter bei AssetProtection Plus.

Aufenthalt und der Weg zur Staatsbürgerschaft

Zwei Wege, beide geldbasiert: Das Annual Residence Permit (jährlich verlängerbar, Einkommens- und Leumundsnachweise, moderate Gebühren) trägt das Leben auf den Inseln ohne große Investition; die Permanent Residency gibt es gegen Immobilieninvestment ab 750.000 US-Dollar (Anträge ab 1,5 Millionen werden beschleunigt behandelt), unbefristet und ohne Verlängerungsritual. Ein Rentnervisum braucht es daneben nicht; Überwinterer nutzen die visumfreie Einreise mit großzügigen Aufenthaltsfenstern. Die Einbürgerung ist sehr restriktiv (lange Fristen, weites Ermessen, faktisch kein Doppelpass-Weg) und für Zuwanderer praktisch bedeutungslos; man bleibt dauerhaft privilegierter Resident, was hier wie in Monaco niemanden stört.

Gesellschaft: Respekt vor dem Alter

Die bahamaische Gesellschaft ist kirchlich geprägt, höflich und familienzentriert: Ältere genießen selbstverständlichen Respekt („Ma’am“ und „Sir“ sind gelebte Anrede), Nachbarschaft und Gemeinde tragen, und die internationale Residenten-Community ist gut organisiert (Clubs, Charity, Segeln). Englisch als Amtssprache macht das Ankommen so leicht wie nirgends sonst in der Karibik; wer sich in Gemeinde- oder Clubleben einbringt, gehört schnell dazu.

Überwachungsstaat? Videoüberwachung im Alltag

Kameras konzentrieren sich auf Nassau (CCTV-Programme gegen Kriminalität), Banken und Gated Communities; eine Überwachungsdebatte europäischen Zuschnitts existiert nicht. Die Bahamas sind eine stabile parlamentarische Demokratie im Commonwealth mit freier Presse und regelmäßigen Machtwechseln; der Alltag fühlt sich frei an. Die Kehrseite ist Finanztransparenz statt Kameradichte: CRS und Registerpflichten sind Realität des Finanzplatzes.

Sicherheit, Klima und Community

Sicherheit: zweigeteilt: Lyford Cay, Paradise Island, die Gated Communities und die Familieninseln (Eleuthera, Exumas, Abacos) sind sehr sicher; Teile Nassaus („Over the Hill“) haben erhöhte Kriminalität, die man mit Wohnlage und Alltagsregeln zuverlässig umgeht. Klima: subtropisch mit ganzjährig 22 bis 32 Grad und kühlender Brise; die Hurrikansaison Juni bis November ist ein reales Risiko (Dorian 2019), das Bauweise, Versicherung und Saisonplanung diktiert. Community und Anbindung: internationale Residenten-Szene mit deutschsprachigem Anteil; Miami in rund 55 Flugminuten, dichte US-Verbindungen, Europa über Drehkreuze (London, US-Ostküste) in 10 bis 12 Stunden. Gefahren wird links, der Führerschein wird anerkannt beziehungsweise umgeschrieben.

Checkliste

  1. Deutsche zuerst: § 2 AStG, Wegzugsbesteuerung und erweiterte Erbschaftsteuerpflicht mit 12 bis 24 Monaten Vorlauf strukturieren (Nullsteuerland-Kaskade).
  2. Schweizer: Pensionskassen- und 3a-Bezüge vor dem Wegzug timen; Quellensteuer und Verrechnungssteuer sind ohne Abkommen definitiv.
  3. Österreicher: Wegzugsbesteuerung auf Depots prüfen; ASVG bleibt beschränkt steuerpflichtig.
  4. Residenzweg wählen: Annual Permit (flexibel) oder Permanent Residency über Immobilie ab 750.000 US-Dollar (ab 1,5 Millionen beschleunigt).
  5. Heimat-Ansässigkeit sauber beenden: Wohnung, Lebensmittelpunkt, Tage-Dokumentation.
  6. US-taugliche Vollversicherung mit Evakuierung abschließen; Miami-Klinikpartner festlegen.
  7. Eine volle Hurrikansaison mieten, dann kaufen; Sturmversicherung und Bauqualität vor dem Preis prüfen.
  8. Nachlass strukturieren: Rechtswahl beziehungsweise Testierfreiheit nutzen, lokales Testament errichten, Erben-Anknüpfung nach Deutschland prüfen, Trust-Optionen mit Fachberatung.
  9. Banken-Compliance vorbereiten: lückenlose Herkunftsnachweise sparen Monate.
  10. Konten- und Goldstruktur diversifizieren (Bahamas, Europa, Zollfreilager); Konzentration in der Hurrikanzone vermeiden.

Häufige Fragen (FAQ)

Zahlt man auf den Bahamas wirklich keine Steuern? Keine Einkommensteuer, keine Kapitalertrag-, Vermögens- und Erbschaftsteuer; der Staat finanziert sich über Zölle, Mehrwertsteuer und Immobilienabgaben. Genau deshalb ist der Alltag teuer und die Heimat-Seite der Rechnung entscheidend.

Wie werde ich Resident? Über das Annual Residence Permit (jährlich, Nachweise, moderate Gebühren) oder die unbefristete Permanent Residency gegen Immobilieninvestment ab 750.000 US-Dollar, beschleunigt ab 1,5 Millionen. Ein Rentnervisum braucht es nicht.

Gibt es ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland, Österreich oder der Schweiz? Nein, mit keinem der drei (mit Deutschland nur ein Informationsaustauschabkommen). Deutsche und österreichische gesetzliche Renten bleiben daheim beschränkt steuerpflichtig; für Schweizer sind Quellensteuer auf Vorsorgeleistungen und Verrechnungssteuer definitiv.

Was bedeutet § 2 AStG hier konkret? Die Monaco-Parallele: Als Nullsteuerland lösen die Bahamas für Deutsche mit wesentlichen Deutschland-Interessen bis zu zehn Jahre erweiterte beschränkte Steuerpflicht aus, dazu Wegzugsbesteuerung und fünf Jahre erweiterte Erbschaftsteuerpflicht. Ohne Strukturierungsvorlauf verpufft der Bahamas-Vorteil.

Wie gut ist die medizinische Versorgung? Nassau ordentlich (Doctors Hospital), alles Komplexe fliegt in rund 55 Minuten nach Miami über eingespielte Wege. Pflicht ist eine US-taugliche Vollversicherung mit Evakuierung, ab Mitte 60 realistisch 500 bis 1.000 Euro monatlich, der teuerste Einzelposten des Modells.

Wie teuer ist das Leben wirklich? Über deutschem Großstadtniveau: Zölle und Mehrwertsteuer verteuern fast alles, ein Paar kalkuliert 3.500 bis 5.500 Euro plus Versicherung. Dafür entfallen sämtliche Ertrag- und Substanzsteuern.

Wie real ist das Hurrikanrisiko? Real: Dorian 2019 hat Abaco und Grand Bahama verwüstet. Konsequenz sind Hurrikan-Bauweise, gestiegene Versicherungsprämien und Saisonbewusstsein, alles kalkulierbar, nichts ignorierbar.

Was passiert mit meinem Nachlass? Die Bahamas erheben keine Erbschaftsteuer und bieten mit Common Law, Trusts und Testierfreiheit einen erstklassigen Gestaltungsraum; Probate läuft mit lokalem Testament zügig. Deutsche Erben und die fünfjährige deutsche Nachwirkung bleiben die Prüfpunkte; Österreich kennt keine Erbschaftsteuer, die Schweiz besteuert kantonal mild.

Nimmt mein Pflegegeld den Umzug mit? Nein, es ruht (Drittstaat), und die Schweizer Hilflosenentschädigung wird nicht exportiert. Private Pflege ist verfügbar, aber US-nah bepreist; der schriftliche Plan (Nassau, Miami, Rückkehr) ist wichtiger als das Budget.

Bahamas oder Monaco? Dieselbe Steuer-Null, zwei Welten: Monaco mit Europa-Nähe, maximaler Dichte und den höchsten Wohnpreisen der Welt; die Bahamas mit Karibik, Common-Law-Trusts, US-Anbindung und Hurrikansaison. Deutsche tragen in beiden Fällen die AStG-Kaskade, Schweizer die definitive Quellensteuer.

Fazit

Die Bahamas liefern das sauberste Null-Steuer-Paket der westlichen Hemisphäre: keine Ertrag-, Substanz- und Erbschaftsteuern, Common-Law-Rechtssicherheit, Trust-Infrastruktur, Dollar-Bindung und Miami als Klinik im Vorgarten. Bezahlt wird mit einer siebenstellig gedachten Eintrittskarte, Alltagspreisen über deutschem Niveau, US-teuren Versicherungen, echter Hurrikansaison und der Heimat-Hälfte der Rechnung: fehlende Abkommen, für Deutsche die volle AStG-Kaskade, für Schweizer definitive Quellensteuern. Wer den Strukturierungsvorlauf investiert, eine Saison mietet und die Erben-Anknüpfung klärt, findet hier das karibische Gegenstück zu Monaco, mit mehr Platz, mehr Meer und demselben Endspiel-Charakter.

Beratungsgespräch anfragen: Du willst wissen, ob dein Vermögen das Bahamas-Modell trägt, wie du die AStG-Kaskade entschärfst und ob Nassau, Monaco oder Zypern das bessere Endspiel ist? Wir rechnen deinen Fall durch. Termin vereinbaren

Weiterführend: Steueratlas Bahamas · FreedomBanking Plus · AssetProtection Plus · Ländervergleich: Monaco, Belize, Dominikanische Republik, Zypern · Beste Länder für Rentner

Quellen

  • BMF-Übersicht: Stand der Doppelbesteuerungsabkommen und anderer Abkommen im Steuerbereich, 1. Januar 2026 (bundesfinanzministerium.de); Bahamas nur mit Informationsaustauschabkommen
  • BMF Österreich: Liste der österreichischen Doppelbesteuerungsabkommen (bmf.gv.at); Bahamas nicht enthalten
  • SIF: Länderliste der schweizerischen Doppelbesteuerungsabkommen (sif.admin.ch); Bahamas nicht enthalten
  • Department of Immigration Bahamas: Annual Residence Permit, Economic Permanent Residency (750.000/1.500.000 US-Dollar)
  • International Persons Landholding Act; Department of Inland Revenue: VAT auf Immobilienübertragungen, Real Property Tax
  • Außensteuergesetz: § 2 AStG, § 6 AStG; ErbStG (erweiterte unbeschränkte Steuerpflicht)
  • Deutsche Rentenversicherung: Rentenzahlung ins Ausland

Redaktioneller Hinweis: Stand 2026-07. Alle Angaben allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung. Investitionsschwellen, Property-Tax-Staffeln und Versicherungsprämien ändern sich; vor Entscheidungen amtliche Quellen und fachlichen Rat einholen. DBA-Aussagen: kein Abkommen mit Deutschland, Österreich oder der Schweiz (Statusnachweise verlinkt); verbindlich sind allein die amtlichen Quellen.

Geprüft von Sebastian SauerbornStand 2026-07