Chile ist das Südamerika für Menschen, die Südamerika eigentlich zu unsicher finden: stabile Institutionen, verlässliche Verwaltung, das beste Gesundheitswesen des Kontinents und im Seengebiet um Puerto Varas, Frutillar und Valdivia eine deutschsprachige Siedlungstradition, die seit 170 Jahren Kuchen, Feuerwehr und Fachwerk pflegt. Steuerlich hat das Land ein Ass, das kaum jemand kennt: Neuansässige zahlen in den ersten drei Jahren nur auf chilenische Einkünfte Steuern, ausländische Renten und Kapitalerträge bleiben so lange unangetastet. Die Abkommenslage ist dafür ungewöhnlich: Österreich und die Schweiz haben ein DBA mit Chile, Deutschland nicht. Dieser Leitfaden ordnet alles, getrennt für Deutschland, Österreich und die Schweiz.
- Status
- Drittstaat
- Währung
- Chilenischer Peso (CLP)
- DBA-Prüfung
- Deutschland · Österreich · Schweiz
- Redaktion
- Stand 2026-07
Für wen passt Chile?
Gut passt Chile zu dir, wenn du Rechtsstaatlichkeit und Versorgungsqualität über Tropenromantik stellst: Das Land ist das teuerste der stabilen Südamerika-Ziele, dafür funktioniert es. Besonders attraktiv ist es für Österreicher und Schweizer (Abkommensschutz plus Drei-Jahres-Befreiung) und für alle, die das Seengebiet mit seiner deutschsprachigen Tradition reizt.
Kritisch prüfen sollten den Umzug drei Gruppen: Deutsche mit komplexen Einkommensstrukturen, denn ohne Abkommen fehlt jeder Vertragsschutz, sobald nach Jahr drei das Welteinkommensprinzip greift. Sonnenanbeter, denn das Seengebiet ist grün, weil es viel regnet, und Santiago hat echte Winter. Und Budgetplaner unter 1.500 Euro, denn Chile ist kein Billigziel.
Lebenshaltungskosten
Absolut gerechnet braucht ein Paar 2.000 bis 3.000 Euro im Monat inklusive Miete: gute Wohnungen in Santiago (Providencia, Las Condes) 700 bis 1.200 Euro, in Viña del Mar oder La Serena 500 bis 900 Euro, im Seengebiet Häuser mit Garten 500 bis 900 Euro. Lebensmittel liegen näher an Europa als anderswo in Lateinamerika, Wein und lokale Produkte sind günstig, Importe und Elektronik teuer. Insgesamt grob 25 bis 40 Prozent unter deutschen und österreichischen Großstädten und rund 50 Prozent unter der Schweiz (dort kalkuliert ein Paar 5.000 bis 6.500 Franken). Der Peso schwankt mit dem Kupferpreis; die Euro- oder Frankenrente gewinnt und verliert mit ihm, eine Reserve gehört ins Budget.
Die ersten Behördengänge
Chile verlangt das Visum vor der Einreise: Der Antrag läuft digital über das Servicio Nacional de Migraciones, für Ruheständler in der Kategorie der temporären Residenz für Rentner und Rentiers (nachgewiesenes regelmäßiges Einkommen aus Rente oder Vermögen; feste gesetzliche Mindestbeträge gibt es nicht, in der Praxis überzeugen Nachweise ab etwa 1.500 US-Dollar monatlich aufwärts, je mehr, desto glatter). Im Land folgen RUT (die Steuernummer, ohne die nichts geht), Cédula de Identidad, Bankkonto (mit Cédula gut machbar, davor hilft die RUT-basierte CuentaRUT der Staatsbank) und die Wahl des Gesundheitssystems (FONASA oder Isapre, siehe unten).
Steuern
Was löst die Steuerpflicht aus? Wohnsitz oder ein Aufenthalt von mehr als 183 Tagen innerhalb von zwölf Monaten. Und jetzt die chilenische Besonderheit, die das Land für Zuzügler so interessant macht: Ausländer sind in den ersten drei Jahren ihrer Ansässigkeit nur mit Einkünften aus chilenischen Quellen steuerpflichtig (Art. 3 des Einkommensteuergesetzes), auf Antrag verlängerbar. Deine Rente aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz bleibt in dieser Phase in Chile komplett unbesteuert, ebenso ausländische Kapitalerträge. Erst danach gilt das Welteinkommensprinzip mit dem progressiven Global-Complementario-Tarif bis 40 Prozent. Diese drei (bis sechs) Jahre sind das Planungsfenster: Wer bleibt, ordnet in dieser Zeit Depot, Rentenfluss und gegebenenfalls die Rückkehrfrage. Details im Steueratlas, zu Kryptowerten bei KryptoSteuern.
Was nach dem Fenster gilt, entscheidet die Abkommenslage, und die ist für die drei Länder grundverschieden:
Deutschland: kein DBA, Neubrandenburg bleibt zuständig
Zwischen Deutschland und Chile besteht kein Doppelbesteuerungsabkommen auf dem Gebiet der Einkommensteuern; es existiert lediglich ein Luftfahrt-Sonderabkommen (BStBl 1977 I S. 350), das mit Renten nichts zu tun hat. Ohne Abkommen bleibt deine gesetzliche Rente in Deutschland beschränkt steuerpflichtig (Finanzamt Neubrandenburg), ohne Grundfreibetrag, sofern du nicht den Antrag auf Behandlung als unbeschränkt steuerpflichtig stellst. In den ersten drei chilenischen Jahren entsteht dadurch keine Doppelbelastung (Chile greift nicht zu); nach Ablauf des Fensters kann Chile die Rente ins Welteinkommen ziehen, und die Entlastung läuft dann nur über innerstaatliche Anrechnungsregeln beider Seiten. Genau dieser Punkt gehört vor Jahr vier auf den Tisch des Steuerberaters.
Amtlicher Statusnachweis: Dass kein Einkommensteuer-DBA zwischen Deutschland und Chile in Kraft ist, ergibt sich aus der jährlichen BMF-Übersicht über den Stand der Doppelbesteuerungsabkommen: bundesfinanzministerium.de (Stand der DBA und anderer Abkommen im Steuerbereich, 1. Januar 2026; Chile dort nur unter den Sonderabkommen Luftfahrt). Die Zuordnung oben fasst die Rechtslage ohne Abkommen in eigenen Worten zusammen.
Österreich: Abkommen vorhanden, Richtung am Text prüfen
Österreich und Chile verbindet ein Doppelbesteuerungsabkommen von 2012, in Kraft und anwendbar seit dem 1. Januar 2016. Es ist OECD-orientiert: Ruhegehälter für frühere unselbständige Arbeit besteuert grundsätzlich der Ansässigkeitsstaat Chile (der sie im Drei-Jahres-Fenster nicht anrührt), Pensionen aus öffentlichem Dienst der Kassenstaat Österreich. Für die ASVG-Pension gilt die Warnung dieses Portals: Ob sie an den Wohnsitzstaat fällt oder eine Sozialversicherungsklausel sie in Österreich hält, entscheidet allein der Abkommenstext, nicht die Gewohnheit; diese eine Klausel gehört vor der Abmeldung am RIS-Text geprüft. Fällt die Pension nach Chile, sind die ersten Jahre dort faktisch steuerfrei, ein für Österreicher bemerkenswertes Ergebnis.
Amtlicher Abkommenstext: Maßgeblich ist das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Österreich und Chile (2012, kundgemacht im BGBl. III, abrufbar im RIS). Den vollständigen, verbindlichen Wortlaut findest du in der amtlichen Quelle: ris.bka.gv.at (DBA Chile). Die steuerliche Zuordnung fassen wir oben in eigenen Worten zusammen; verbindlich ist allein der amtliche Text.
Schweiz: Abkommen seit 2011 anwendbar
Die Schweiz hat mit Chile ein Doppelbesteuerungsabkommen von 2008, anwendbar seit dem 1. Januar 2011 (SR 0.672.924.51). Es folgt dem Wohnsitzprinzip für Ruhegehälter (Ansässigkeitsstaat Chile, dort im Fenster steuerfrei) und dem Kassenstaatsprinzip für öffentlichen Dienst. Praktisch: Die AHV fließt ohne Schweizer Quellensteuer; Quellensteuer auf Pensionskassenleistungen ist dank des Abkommens grundsätzlich erstattbar (Ansässigkeitsbestätigung erforderlich). Bei Kapitalleistungen aus zweiter Säule und Säule 3a entscheidet wie immer das Timing von Wegzug und Bezug; das gehört vor der Kündigung in die Beratung.
Amtlicher Abkommenstext: Maßgeblich ist das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und Chile (2008, SR 0.672.924.51). Den vollständigen, verbindlichen Wortlaut findest du in der amtlichen Quelle: fedlex.admin.ch (SR 0.672.924.51). Die steuerliche Zuordnung fassen wir oben in eigenen Worten zusammen; verbindlich ist allein der amtliche Text.
DBA-Quellen und geprüfte Rentenartikel (aufklappen)
Amtliche Abkommenstexte
Rentenartikel für Chile: Deutschland, Österreich und Schweiz
Bestätigte Wortlautauszüge zeigen wir nur, wenn die Prüfung sie ausdrücklich freigegeben hat. In allen anderen Fällen verlinken wir ausschließlich die amtliche Fundstelle. Verbindlich ist allein der dort veröffentlichte Abkommenstext.
Deutschland
Nur begrenztes AbkommenAmtlicher Statusnachweis: Zwischen Deutschland und Chile steht kein umfassendes Einkommensteuer-DBA zur Verfügung. Maßgeblich sind die unten verlinkte amtliche Abkommensübersicht und das jeweilige innerstaatliche Recht. Die Folgen für Renten fassen wir im Seitentext in eigenen Worten zusammen.
Österreich
DBA vorhandenAmtlicher Abkommenstext: Maßgeblich ist das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Österreich und Chile. Den vollständigen, verbindlichen Wortlaut findest du in der unten verlinkten amtlichen Fundstelle. Die steuerliche Zuordnung der Rentenarten fassen wir im Seitentext in eigenen Worten zusammen; verbindlich ist allein der amtliche Text.
Schweiz
DBA vorhandenAmtlicher Abkommenstext: Maßgeblich ist das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Schweiz und Chile. Den vollständigen, verbindlichen Wortlaut findest du in der unten verlinkten amtlichen Fundstelle. Die steuerliche Zuordnung der Rentenarten fassen wir im Seitentext in eigenen Worten zusammen; verbindlich ist allein der amtliche Text.
Redaktioneller Hinweis: Die Artikel zeigen die abkommensrechtliche Zuweisung. Ob und in welcher Höhe tatsächlich Steuer entsteht, hängt zusätzlich von innerstaatlichem Recht, Rentenart und persönlichem Sachverhalt ab.
Wegzugsbesteuerung nach § 6 AStG: Für deutsche Anteilseigner mit mindestens 1 Prozent Beteiligung entsteht die Wegzugsbesteuerung bei Wegzügen ab dem 1. Januar 2022 mit dem Wegzug. Auf Antrag kann sie grundsätzlich in sieben gleichen Jahresraten entrichtet werden, regelmäßig zinsfrei und gegebenenfalls gegen Sicherheitsleistung. Diese Regel gilt unabhängig davon, ob das Zielland in der EU liegt oder ein Drittstaat ist.
Kapitalerträge im regulären Regime: Nach dem Befreiungsfenster fließt das Weltvermögen der Erträge in den Global-Complementario-Tarif bis 40 Prozent; chilenische Zinsen, Dividenden und Veräußerungsgewinne haben eigene Regime. Eine allgemeine Vermögensteuer kennt Chile nicht.
Immobilie kaufen und seniorengerechtes Wohnen
Ausländer kaufen frei und mit solidem Registerwesen (Conservador de Bienes Raíces); nur grenznahe Zonen sind beschränkt. Nebenkosten sind moderat (Notar, Register, gegebenenfalls Maklercourtage), die jährlichen Contribuciones (Grundsteuer) überschaubar. Das Angebot reicht von Apartments mit Concierge in Santiago und Viña del Mar bis zu Holzhäusern am Llanquihue-See; Erdbebensicherheit ist Baustandard, worauf Chile zu Recht stolz ist, trotzdem gehört die Bauqualität geprüft. Seniorengerecht heißt hier: Aufzug, Ebenerdigkeit, Nähe zu Klinik und Flughafen. Erst mieten, einen vollen Winter erleben (Santiago kann kalt, das Seengebiet nass sein), dann kaufen.
Hilfe im Haushalt und Pflege
Haushaltshilfe kostet 3 bis 5 Euro pro Stunde, eine Vollzeitkraft mit Sozialabgaben 500 bis 800 Euro im Monat; private Pflege zu Hause ist gut organisierbar und deutlich günstiger als in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Es gibt private Seniorenresidenzen in europäischer Qualität um Santiago und im Süden, mit entsprechenden Preisen. Deutsches und österreichisches Pflegegeld ruht (Drittstaat), die Schweizer Hilflosenentschädigung wird nicht exportiert; das staatliche Netz ist rudimentär. Pflege wird also privat geplant, mit dem Kostenvorteil des Landes als Ausgleich.
Erbrecht und Erbschaftsteuer
Chile wendet die EU-Erbrechtsverordnung nicht an und hat eines der strengsten Pflichtteilssysteme überhaupt: Die asignaciones forzosas binden den Großteil des Nachlasses an Ehegatten und Kinder, frei verfügbar bleibt nur ein Viertel. Aus Sicht der EU-Staaten führt dein gewöhnlicher Aufenthalt grundsätzlich zu chilenischem Erbrecht; Deutsche und Österreicher treffen deshalb im Testament die Rechtswahl zugunsten des Heimatrechts (für chilenisches Inlandsvermögen bleibt chilenisches Zwangsrecht relevant), Schweizer prüfen die IPRG-Parallele. Steuerlich erhebt Chile eine progressive Erbschaftsteuer von 1 bis 25 Prozent mit Freibeträgen nach Verwandtschaftsgrad. Der Heimatvergleich: Deutschland besteuert Erwerbe der Kinder über 400.000 Euro mit 7 bis 30 Prozent und greift bei Erben in Deutschland weiter zu (Anrechnung nach § 21 ErbStG); Österreich kennt keine Erbschaftsteuer, der Umzug schafft hier also eine neue Last; die Schweiz besteuert kantonal, Ehegatten und Kinder meist befreit. Gestaltung und Nachlassplanung: AssetProtection Plus.
Krankenversicherung
Chile hat das beste Gesundheitswesen Lateinamerikas: Die Privatkliniken Santiagos (Clínica Alemana, Clínica Las Condes, UC Christus) spielen international vorn, und die Clínica Alemana trägt ihren Namen aus der deutschen Einwanderungsgeschichte. Als Resident wählst du zwischen FONASA (staatlich, 7 Prozent des deklarierten Einkommens, solide Grundversorgung) und einer Isapre (privat, je nach Alter und Plan 150 bis 500 Euro monatlich, Zugang zu den Privatkliniken; Aufnahme im hohen Alter und mit Vorerkrankungen kann schwierig werden, deshalb früh eintreten). Viele kombinieren FONASA mit privaten Zusatzdeckungen oder einer internationalen Police. Kein S1, keine Mitnahme der gesetzlichen Kasse; der GKV-Rückweg (Anwartschaft, KVdR-Fristen) will vor der Abmeldung geklärt sein.
Banking: zuerst lokal, dann außerhalb der EU
Mit RUT und Cédula eröffnest du ein Konto in Peso (BancoEstado nimmt Neuankömmlinge am unkompliziertesten, die CuentaRUT überbrückt die Anfangszeit); die Rente sammelst du auf einem Euro- oder Frankenkonto und transferierst monatlich. Größere Liquidität bleibt diversifiziert, auch außerhalb Chiles und außerhalb der EU; Strategien bei FreedomBanking Plus.
Physisches Gold und Edelmetalle
Auch im stabilsten Land des Kontinents gehört nennenswertes Edelmetall in sichere Auslandslagerung (Schweiz, Singapur, Zollfreilager) statt in den lokalen Safe, als Anker gegen Peso-Zyklen und politische Wechsel; Einordnung und Anbieter bei AssetProtection Plus.
Aufenthalt und der Weg zur Staatsbürgerschaft
Der Weg läuft digital und vorab: Temporäre Residenz für Rentner und Rentiers über das Servicio Nacional de Migraciones, mit Nachweis regelmäßiger Renten- oder Vermögenseinkünfte (praktisch überzeugend ab rund 1.500 US-Dollar monatlich, Paare entsprechend mehr), zunächst bis zwei Jahre. Danach ist die Daueraufenthaltsgenehmigung möglich, nach fünf Jahren Aufenthalt die Einbürgerung (Spanisch, Integration, Verfahren). Chile erlaubt den Doppelpass; Deutschland akzeptiert Mehrstaatigkeit seit Juni 2024, die Schweiz seit 1992, Österreich verlangt außer in Ausnahmen die Aufgabe. Wichtig fürs Fenster: Die Drei-Jahres-Steuerbefreiung läuft ab Begründung der Ansässigkeit; wer erst pendelt und später zuzieht, verschenkt nichts, wer früh RUT und Wohnsitz nimmt, startet die Uhr.
Gesellschaft: Respekt vor dem Alter
Chile ist familiär und förmlicher als seine Nachbarn; Ältere werden respektvoll behandelt, „don“ und „doña“ sind gelebte Anrede. Die Gesellschaft ist nach den Reformjahren politisch diskussionsfreudig, im Alltag aber verbindlich und hilfsbereit. Im Seengebiet öffnet die deutsch-chilenische Tradition (Vereine, Feuerwehren, Schulen, Kuchenkultur) Zuzüglern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz Türen wie kaum irgendwo auf dem Kontinent.
Überwachungsstaat? Videoüberwachung im Alltag
Kameras sind in Santiagos Zentrum, an Autobahnen (Mautsystem) und in Malls präsent, insgesamt auf einem Niveau, das Deutschen, Österreichern und Schweizern vertraut vorkommt. Ein modernes Datenschutzgesetz ist in Umsetzung. Der Alltag fühlt sich frei an; die Verwaltung ist digital, was bequem ist und Daten bündelt.
Sicherheit, Klima und Community
Sicherheit: Chile bleibt eines der sichersten Länder Lateinamerikas, hat aber in Santiago spürbar gewachsene Eigentumskriminalität; die Regeln sind großstädtisch (Viertel kennen, nachts Taxi, Wertsachen unauffällig). Der Süden und die Kleinstädte sind sehr ruhig. Klima: die volle Auswahl, mediterran um Santiago und Valparaíso (heiße trockene Sommer, kühle Winter), grün und regnerisch im Seengebiet, Wüstensonne in La Serena und im Norden. Community und Anbindung: deutschsprachige Strukturen im Süden (Puerto Varas, Frutillar, Valdivia, Osorno), internationale Szene in Santiago und Viña; Direktflüge verbinden Santiago mit Madrid und weiter mit Frankfurt, Wien und Zürich, die Reise ist lang (14 Stunden plus). Der Führerschein wird nach Wohnsitznahme umgeschrieben.
Checkliste
- Visum vorab digital beantragen (Rentner/Rentista) mit apostillierten Renten- und Vermögensnachweisen.
- Drei-Jahres-Fenster planen: Ansässigkeitsbeginn bewusst setzen, Depot- und Rentenstruktur vor Jahr vier ordnen.
- Deutsche: kein DBA; Neubrandenburg-Pflichten und Anrechnungsfragen nach dem Fenster mit dem Berater klären.
- Österreicher: ASVG-Richtung am RIS-Text des DBA 2012 prüfen, bevor abgemeldet wird.
- Schweizer: Pensionskassen- und 3a-Bezüge terminieren; Erstattungsweg nach dem DBA 2008 nutzen.
- RUT, Cédula, Konto in den ersten Wochen erledigen.
- FONASA oder Isapre früh entscheiden; Isapre-Eintritt nicht ins hohe Alter verschieben.
- Rechtswahl im Testament treffen und Pflichtteils- plus Erbschaftsteuerfolgen (1 bis 25 Prozent) rechnen.
- Einen vollen Winter probewohnen (Santiago-Kälte, Seengebiet-Regen), erst dann kaufen.
- Konten- und Goldstruktur ordnen (lokal, Heimat, sichere Drittlagerung).
Häufige Fragen (FAQ)
Gibt es ein Rentnervisum für Chile? Ja, die temporäre Residenz für Rentner und Rentiers: digitaler Vorabantrag mit Nachweis regelmäßiger Renten- oder Vermögenseinkünfte (praktisch ab rund 1.500 US-Dollar monatlich überzeugend), bis zwei Jahre, danach Daueraufenthalt möglich.
Was ist die Drei-Jahres-Befreiung? Neuansässige Ausländer versteuern in Chile die ersten drei Jahre nur chilenische Einkünfte (verlängerbar). Auslandsrenten und ausländische Kapitalerträge bleiben so lange in Chile komplett steuerfrei; danach gilt Welteinkommen bis 40 Prozent.
Wie ist die DBA-Lage? Ungewöhnlich: Österreich (Abkommen 2012, anwendbar seit 2016) und die Schweiz (2008, anwendbar seit 2011) haben Verträge mit Chile, Deutschland nicht (nur ein Luftfahrt-Sonderabkommen). Deutsche gesetzliche Renten bleiben daher in Deutschland beschränkt steuerpflichtig.
Was heißt das für die österreichische ASVG-Pension? Grundsätzlich weist das OECD-orientierte Abkommen Ruhegehälter dem Ansässigkeitsstaat Chile zu, wo im Drei-Jahres-Fenster nichts anfällt. Ob eine Sozialversicherungsklausel die ASVG-Pension in Österreich hält, entscheidet der Abkommenstext und gehört vor der Abmeldung geprüft.
Und für Schweizer Vorsorgeleistungen? AHV fließt ohne Quellensteuer, Pensionskassen-Quellensteuer ist dank des Abkommens erstattbar (Ansässigkeitsbestätigung), Kapitalleistungen brauchen Timing vor dem Wegzug. Chile ist für Schweizer damit deutlich freundlicher als die abkommenslosen Nachbarn.
Wie gut ist die medizinische Versorgung? Die beste Lateinamerikas: Santiagos Privatkliniken spielen international vorn, die Clínica Alemana ist eine Institution. Der Zugang läuft über FONASA (7 Prozent) oder eine Isapre; früh eintreten, bevor Alter und Vorerkrankungen die Aufnahme erschweren.
Ist Chile teuer? Für Südamerika ja, für europäische Verhältnisse nein: Ein Paar lebt mit 2.000 bis 3.000 Euro gut, rund ein Viertel bis 40 Prozent unter deutschen und österreichischen Großstädten und etwa die Hälfte der Schweiz.
Nimmt mein Pflegegeld den Umzug mit? Nein, es ruht (Drittstaat), und die Schweizer Hilflosenentschädigung wird nicht exportiert. Private Pflege und gute Residenzen sind dafür deutlich günstiger als zu Hause.
Welches Erbrecht gilt? Ohne Rechtswahl das chilenische mit seinem strengen Pflichtteilssystem (nur ein Viertel frei verfügbar). Wähle im Testament dein Heimatrecht; Chiles Erbschaftsteuer von 1 bis 25 Prozent bleibt für Inlandsvermögen relevant.
Santiago, Küste oder Seengebiet? Santiago für Medizin und Anbindung, Viña/La Serena für mediterranes Küstenleben, das Seengebiet für Natur und die deutsch-chilenische Tradition. Viele wählen Süden plus Santiago-Plan für den Ernstfall.
Fazit
Chile ist das Erwachsenen-Angebot Südamerikas: keine Steuer-Nullversprechen, dafür drei planbare steuerfreie Startjahre, Abkommensschutz für Österreicher und Schweizer, das beste Gesundheitswesen des Kontinents, solide Register und im Süden eine deutschsprachige Tradition, die Ankommen leicht macht. Bezahlt wird mit Preisen oberhalb der Nachbarn, einem strengen Pflichtteilsrecht, einer echten Erbschaftsteuer und, für Deutsche, dem fehlenden Abkommen nach Ablauf des Fensters. Wer Stabilität kaufen will, kauft sie hier zum fairsten Kurs Lateinamerikas.
Beratungsgespräch anfragen: Du willst das Drei-Jahres-Fenster optimal setzen, die ASVG-Klausel prüfen lassen oder Schweizer Vorsorgebezüge timen, und wissen, ob Chile, Uruguay oder Paraguay besser passt? Wir rechnen deinen Fall durch. Termin vereinbaren
Weiterführend: Steueratlas Chile · FreedomBanking Plus · AssetProtection Plus · Ländervergleich: Uruguay, Argentinien, Paraguay, Kolumbien · Beste Länder für Rentner
Quellen
- BMF-Übersicht: Stand der Doppelbesteuerungsabkommen und anderer Abkommen im Steuerbereich, 1. Januar 2026 (bundesfinanzministerium.de); Chile nur mit Luftfahrt-Sonderabkommen (BStBl 1977 I S. 350)
- DBA Österreich-Chile 2012, BGBl. III (ris.bka.gv.at), anwendbar seit 1. Januar 2016
- DBA Schweiz-Chile 2008, SR 0.672.924.51 (fedlex.admin.ch), anwendbar seit 1. Januar 2011
- Servicio de Impuestos Internos (SII): Ley sobre Impuesto a la Renta, Art. 3 (Drei-Jahres-Regel), Global Complementario; Ley 16.271 (Erbschaftsteuer)
- Servicio Nacional de Migraciones: temporäre Residenz Rentner/Rentiers, Daueraufenthalt, Einbürgerung
- Deutsche Rentenversicherung: Rentenzahlung ins Ausland
Redaktioneller Hinweis: Stand 2026-07. Alle Angaben allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung. Visa-Praxis, Tarife und die Auslegung der Drei-Jahres-Regel ändern sich; vor Entscheidungen amtliche Quellen und fachlichen Rat einholen. DBA-Aussagen: Deutschland ohne Einkommensteuer-DBA (Statusnachweis verlinkt), Österreich und Schweiz LINK_ONLY; verbindlich sind allein die amtlichen Texte.
