Andorra ist das leise Steuerziel Europas: ein Pyrenäenstaat zwischen Frankreich und Spanien, Euro-Land ohne EU-Mitgliedschaft, mit maximal 10 Prozent Einkommensteuer, ohne Erbschaftsteuer und ohne Vermögensteuer, dazu eine Sicherheit und Sauberkeit, die selbst Schweizer Maßstäbe erfüllt. Für Ruheständler mit Vermögen ist die passive Residenz der Schlüssel: eine Investition von 600.000 Euro plus Staatskaution gegen ein Leben mit nur 90 Pflichttagen im Jahr. Was die Prospekte weglassen: Mit Deutschland, Österreich und der Schweiz besteht kein einziges Doppelbesteuerungsabkommen, das Wohnen ist knapp und teuer geworden, und wer wirklich Steuern sparen will, muss die 183-Tage-Frage sauber beantworten. Dieser Leitfaden ordnet alles, getrennt für Deutschland, Österreich und die Schweiz.
- Status
- Drittstaat
- Währung
- Euro
- DBA-Prüfung
- Deutschland · Österreich · Schweiz
- Redaktion
- Stand 2026-07
Für wen passt Andorra?
Gut passt Andorra zu dir, wenn du Vermögen mitbringst und Berge liebst: Skifahrer, Wanderer, Menschen, die Barcelona (2,5 Stunden) und Toulouse (2,5 Stunden) als Ausflugsziele statt als Wohnorte wollen. Die Kombination aus 10-Prozent-Deckel, null Erbschaftsteuer und null Vermögensteuer ist in Europa fast konkurrenzlos, und die passive Residenz verlangt keine dauerhafte Anwesenheit.
Kritisch prüfen sollten den Umzug drei Gruppen: Budget-Ruheständler, denn Einstiegshürde und Wohnkosten schließen kleine Renten faktisch aus. Schweizer mit hohen Pensionskassenguthaben, denn ohne Abkommen ist die Schweizer Quellensteuer auf Vorsorgeleistungen definitiv. Und Meermenschen, denn Andorra ist Hochgebirge mit langen Wintern, und die nächste Küste liegt drei Stunden entfernt.
Lebenshaltungskosten
Absolut gerechnet braucht ein Paar 3.000 bis 4.500 Euro im Monat inklusive Miete. Der Alltag ist dank der niedrigen Mehrwertsteuer (IGI 4,5 Prozent) und zollgünstiger Preise für Kraftstoff, Tabak und Elektronik günstiger als in Frankreich und Spanien nebenan und deutlich günstiger als in der Schweiz; Wohnen ist der Engpass: Der kleine Markt ist durch Zuzug überhitzt, Mieten für gute Zweizimmerwohnungen liegen bei 1.200 bis 2.000 Euro, Kaufpreise auf westeuropäischem Großstadtniveau. Gegenüber deutschen und österreichischen Großstädten ist das Gesamtniveau ähnlich bis leicht darüber, gegenüber der Schweiz (5.000 bis 6.500 Franken für ein Paar) klar darunter. Währungsrisiko gibt es keines: Andorra nutzt den Euro per Währungsabkommen.
Die ersten Behördengänge
Das Residenzverfahren (siehe unten) steht am Anfang und dauert mit Vorbereitung einige Monate. Danach: NRT (Número de Registre Tributari, die Steuernummer), Bankkonto bei einer der andorranischen Banken (Substanz- und Herkunftsnachweise sind streng, die Institute nehmen Compliance ernst), private Krankenversicherung als Residenzvoraussetzung und die Anmeldung in der Parròquia (Gemeinde). Amtssprache ist Katalanisch; die Behörden arbeiten zuverlässig, Dokumente laufen über beeidigte Übersetzungen.
Steuern
Was löst die Steuerpflicht aus? Steueransässig ist, wer sich mehr als 183 Tage im Jahr in Andorra aufhält oder dort den Mittelpunkt seiner wirtschaftlichen Interessen hat. Wichtig: Die passive Residenz verlangt nur 90 Tage Anwesenheit und macht für sich genommen noch nicht steueransässig; wer die andorranischen Steuersätze wirklich will (und die deutsche, österreichische oder schweizerische Ansässigkeit wirklich beenden will), verbringt die 183 Tage im Land und dokumentiert es. Halbheiten schaffen hier nur Doppel-Ansässigkeitskonflikte ohne Abkommensschutz.
Das System selbst ist einfach und mild: Die Einkommensteuer (IRPF) beträgt 0 Prozent bis 24.000 Euro, 5 Prozent bis 40.000 Euro und 10 Prozent darüber, für Arbeits-, Renten- wie Kapitaleinkünfte (Sparerfreibetrag für Kapitalerträge). Keine Vermögensteuer, keine Erbschaft- und Schenkungsteuer. Details im Steueratlas, zu Kryptowerten bei KryptoSteuern.
Der Haken heißt Abkommenslosigkeit: Andorra hat sein DBA-Netz in den letzten Jahren aufgebaut (Spanien, Frankreich, Portugal, Luxemburg und weitere), aber Deutschland, Österreich und die Schweiz fehlen. Mit Deutschland besteht lediglich ein Informationsaustauschabkommen, das keinerlei Besteuerungsrechte verteilt. Was das je Land bedeutet:
Deutschland: kein DBA, Neubrandenburg bleibt zuständig
Deine gesetzliche Rente bleibt in Deutschland beschränkt steuerpflichtig (Finanzamt Neubrandenburg), ohne Grundfreibetrag, sofern du nicht den Antrag auf Behandlung als unbeschränkt steuerpflichtig stellst; Betriebsrenten und andere deutsche Inlandseinkünfte bleiben ebenfalls erfasst. Andorra besteuert die Rente zusätzlich mild (nach seinen Stufen), und mangels Abkommen läuft die Entlastung nur über innerstaatliche Anrechnungsregeln, in Andorra über die einseitige Anrechnung ausländischer Steuern. Und ein Punkt speziell für Vermögende mit deutscher Vergangenheit: Andorra kann aus deutscher Sicht als Niedrigsteuerland gelten; wer wesentliche wirtschaftliche Interessen in Deutschland behält, prüft vor dem Wegzug die erweiterte beschränkte Steuerpflicht (§ 2 AStG) und die Wegzugsbesteuerung, nicht danach.
Amtlicher Statusnachweis: Dass zwischen Deutschland und Andorra kein Doppelbesteuerungsabkommen, sondern nur ein Informationsaustauschabkommen besteht, ergibt sich aus der jährlichen BMF-Übersicht über den Stand der Doppelbesteuerungsabkommen: bundesfinanzministerium.de (Stand der DBA und anderer Abkommen im Steuerbereich, 1. Januar 2026). Die Zuordnung oben fasst die Rechtslage ohne Abkommen in eigenen Worten zusammen.
Österreich: kein DBA, dieselbe Logik
Auch Österreich hat kein Abkommen mit Andorra. Die ASVG-Pension bleibt in Österreich beschränkt steuerpflichtig (inländische Einkünfte nach § 98 EStG); Andorra besteuert nach seinen Stufen mit, Entlastung nur über einseitige Anrechnung. Firmenpensionen und private Renten gehören vor dem Umzug in die individuelle Prüfung.
Schweiz: die Quellensteuer-Falle bei der zweiten Säule
Für Schweizer wiegt der fehlende Vertrag am schwersten, und das ausgerechnet im Land, das sich wie ein kleiner Schweiz-Ableger anfühlt. Die AHV fließt ohne Schweizer Quellensteuer nach Andorra. Aber: Ohne Abkommen ist die Schweizer Quellensteuer auf Renten und Kapitalleistungen der Pensionskasse und der Säule 3a definitiv, eine Rückerstattung gibt es nicht. Kapitalbezüge deshalb zwingend vor dem Wegzug strukturieren (Auszahlungskanton, Timing), mit dem Steuerberater; bei den Beträgen, um die es in der Andorra-Zielgruppe geht, entscheidet das über fünf- bis sechsstellige Summen.
DBA-Quellen und geprüfte Rentenartikel (aufklappen)
Amtliche Abkommenstexte
Rentenartikel für Andorra: Deutschland, Österreich und Schweiz
Bestätigte Wortlautauszüge zeigen wir nur, wenn die Prüfung sie ausdrücklich freigegeben hat. In allen anderen Fällen verlinken wir ausschließlich die amtliche Fundstelle. Verbindlich ist allein der dort veröffentlichte Abkommenstext.
Deutschland
Kein umfassendes DBAAmtlicher Statusnachweis: Zwischen Deutschland und Andorra steht kein umfassendes Einkommensteuer-DBA zur Verfügung. Maßgeblich sind die unten verlinkte amtliche Abkommensübersicht und das jeweilige innerstaatliche Recht. Die Folgen für Renten fassen wir im Seitentext in eigenen Worten zusammen.
Österreich
Kein umfassendes DBAAmtlicher Statusnachweis: Zwischen Österreich und Andorra steht kein umfassendes Einkommensteuer-DBA zur Verfügung. Maßgeblich sind die unten verlinkte amtliche Abkommensübersicht und das jeweilige innerstaatliche Recht. Die Folgen für Renten fassen wir im Seitentext in eigenen Worten zusammen.
Schweiz
Kein umfassendes DBAAmtlicher Statusnachweis: Zwischen Schweiz und Andorra steht kein umfassendes Einkommensteuer-DBA zur Verfügung. Maßgeblich sind die unten verlinkte amtliche Abkommensübersicht und das jeweilige innerstaatliche Recht. Die Folgen für Renten fassen wir im Seitentext in eigenen Worten zusammen.
Redaktioneller Hinweis: Die Artikel zeigen die abkommensrechtliche Zuweisung. Ob und in welcher Höhe tatsächlich Steuer entsteht, hängt zusätzlich von innerstaatlichem Recht, Rentenart und persönlichem Sachverhalt ab.
Wegzugsbesteuerung nach § 6 AStG: Für deutsche Anteilseigner mit mindestens 1 Prozent Beteiligung entsteht die Wegzugsbesteuerung bei Wegzügen ab dem 1. Januar 2022 mit dem Wegzug. Auf Antrag kann sie grundsätzlich in sieben gleichen Jahresraten entrichtet werden, regelmäßig zinsfrei und gegebenenfalls gegen Sicherheitsleistung. Diese Regel gilt unabhängig davon, ob das Zielland in der EU liegt oder ein Drittstaat ist.
Kapitalerträge im regulären Regime: maximal 10 Prozent IRPF mit Sparerfreibetrag, keine Vermögensteuer. Für Depotbesitzer ist das zusammen mit null Erbschaftsteuer der eigentliche Standortvorteil, der die fehlenden Abkommen für viele Konstellationen mehr als aufwiegt, sofern die Quellensteuern der Herkunftsländer (deutsche Abgeltungsteuer auf deutsche Dividenden, Schweizer Verrechnungssteuer) ohne Abkommen realistisch eingepreist werden.
Immobilie kaufen und seniorengerechtes Wohnen
Residenten dürfen kaufen; der Markt ist klein, knapp und teuer, und Andorra hat auf den Zuzugsboom mit einer Sonderabgabe auf Immobilienerwerb durch Ausländer reagiert, deren aktuelle Ausgestaltung vor jedem Kauf zu prüfen ist. Qualität und Bausubstanz sind hoch, Neubauten mit Aufzug, Tiefgarage und Concierge sind Standard, also faktisch seniorengerecht; Hanglagen und Wintersteigungen gehören trotzdem in die Objektauswahl. Die Kaufinvestition kann zugleich die 600.000-Euro-Anforderung der passiven Residenz erfüllen, was viele nutzen. Erst mieten, einen vollen Winter auf über 1.000 Metern erleben, dann kaufen.
Hilfe im Haushalt und Pflege
Haushaltshilfe kostet 12 bis 18 Euro pro Stunde, spürbar weniger als in der Schweiz, ähnlich wie in Spanien. Das Land hat für seine Größe solide Strukturen (Sozialdienste der Gemeinden, Pflegeangebote, ein modernes Zentralkrankenhaus), aber keine Auswahl an spezialisierten Heimen; viele lösen schwere Pflege grenznah in Spanien oder mit privatem Personal zu Hause. Deutsches und österreichisches Pflegegeld ruht (Drittstaat), die Schweizer Hilflosenentschädigung wird nicht exportiert. Pflege wird privat geplant, das Budget dafür ist in dieser Zielgruppe meist vorhanden, der Plan oft nicht: ändern.
Erbrecht und Erbschaftsteuer
Andorra wendet die EU-Erbrechtsverordnung nicht an; sein Erbrecht katalanischer Tradition gewährt weitgehende Testierfreiheit (der Pflichtteil ist klein und schwach ausgestaltet). Aus Sicht der EU-Staaten führt dein gewöhnlicher Aufenthalt grundsätzlich zu andorranischem Erbrecht; Deutsche und Österreicher können es dabei belassen oder im Testament die Rechtswahl zugunsten des Heimatrechts treffen, Schweizer prüfen die IPRG-Parallele. Steuerlich ist Andorra ein Nachlassparadies: keine Erbschaft- und keine Schenkungsteuer. Der Heimatvergleich: Deutschland besteuert Erwerbe der Kinder über 400.000 Euro mit 7 bis 30 Prozent und greift bei Erben in Deutschland weiter zu (dazu die fünfjährige erweiterte unbeschränkte Erbschaftsteuerpflicht nach deutschem Wegzug); Österreich kennt ohnehin keine Erbschaftsteuer; die Schweiz besteuert kantonal, Ehegatten und Kinder meist befreit. Wer Vermögen über Generationen plant, findet in Andorra einen der saubersten Rahmen Europas; die Heimatanknüpfungen der Erben bleiben der Prüfpunkt. Gestaltung: AssetProtection Plus.
Krankenversicherung
Andorras Gesundheitswesen (um die CASS und das Hospital Nostra Senyora de Meritxell) gilt als eines der leistungsfähigsten der Welt für seine Größe, mit enger Anbindung an Kliniken in Barcelona und Toulouse für Spezialfälle. Als passiver Resident bist du nicht CASS-pflichtversichert, sondern brauchst eine private Vollversicherung, die das Residenzverfahren auch verlangt; realistisch ab Mitte 60 250 bis 500 Euro monatlich, mit Gesundheitsprüfung. Kein S1, keine Mitnahme der gesetzlichen Kasse aus Deutschland oder Österreich, keine Schweizer KVG-Weiterführung; der GKV-Rückweg (Anwartschaft, KVdR-Fristen) will vor der Abmeldung geklärt sein. Die Nähe zu Barcelona (2,5 Stunden) ist der eingebaute Spezialisten-Backup.
Banking: zuerst lokal, dann außerhalb der EU
Die andorranischen Banken sind solide, diskret und compliance-streng; mit Residenz und sauberen Herkunftsnachweisen eröffnest du Konto und Depot vor Ort. Die Rente fließt auf das Euro-Konto direkt. Größere Liquidität bleibt trotzdem diversifiziert, über Andorra hinaus und auch außerhalb der EU; Strategien bei FreedomBanking Plus.
Physisches Gold und Edelmetalle
Zur Andorra-Logik (kein Vermögenszugriff, keine Erbschaftsteuer) passt physisches Gold als Baustein perfekt; gelagert wird es trotzdem professionell in Zollfreilagern der Schweiz oder Singapurs statt im Bankschließfach eines Kleinstaats; Einordnung und Anbieter bei AssetProtection Plus.
Aufenthalt und der Weg zur Staatsbürgerschaft
Der Ruheständler-Weg ist die passive Residenz (residència sense activitat lucrativa): Nachweis ausreichender Mittel, private Krankenversicherung, Wohnsitz im Land und eine Investition von 600.000 Euro in andorranische Vermögenswerte (Immobilie, Finanzanlagen, Bankeinlage), wovon ein Teil als unverzinsliche Kaution beim Staat (AFA) hinterlegt wird (Grundbetrag plus Zuschlag je Familienmitglied; die aktuellen Beträge nennt das Immigrationsamt). Pflichtaufenthalt: 90 Tage pro Jahr. Die Genehmigung läuft zunächst zwei Jahre und wird in wachsenden Schritten verlängert. Die Einbürgerung ist mit 20 Jahren Wartezeit und ohne Doppelpass (Andorra verlangt die Aufgabe der bisherigen Staatsangehörigkeit) für Ruheständler praktisch bedeutungslos; daran ändern auch die deutschen (seit Juni 2024), schweizerischen (seit 1992) und österreichischen Regeln nichts, denn die Hürde steht auf andorranischer Seite. Man bleibt dauerhaft privilegierter Resident, und genau so ist das Modell gedacht.
Gesellschaft: Respekt vor dem Alter
Andorra ist ein Dorfstaat im besten Sinn: 85.000 Einwohner, kurze Wege, hohe Verbindlichkeit, katalanische Familienkultur mit selbstverständlichem Respekt vor Älteren. Die Zuwanderergemeinden (Spanier, Portugiesen, Franzosen, zunehmend internationale Residenten) sind gut integriert; wer Katalanisch auch nur grüßt, erntet sofort Sympathie. Das Freizeitleben ist sport- und naturgetrieben, von Ski bis Thermalbad (Caldea).
Überwachungsstaat? Videoüberwachung im Alltag
Videoüberwachung beschränkt sich auf Verkehr, Banken und Geschäfte; der Staat ist klein, die Polizei präsent und freundlich, das Sicherheitsgefühl entsteht durch Sozialkontrolle statt Kameras. Das Datenschutzrecht ist an die DSGVO angelehnt (Andorra genießt einen EU-Angemessenheitsbeschluss). Der Alltag fühlt sich sehr frei und sehr sicher zugleich an.
Sicherheit, Klima und Community
Sicherheit: Andorra zählt zu den sichersten Ländern Europas; Kriminalität ist statistisch fast vernachlässigbar, Haustüren bleiben in den Dörfern offen. Klima: echtes Hochgebirge, schneereiche Winter (Skigebiete Grandvalira, Pal-Arinsal vor der Tür), sonnige, milde Sommer, dünnere Luft ab 1.000 Metern, was Herz-Kreislauf-Patienten mit dem Arzt besprechen. Community und Anbindung: kleine, wachsende deutschsprachige Residentenszene, große internationale Community; kein Flughafen im Land, die Anreise läuft über Barcelona oder Toulouse (je rund 2,5 Stunden), was für Vielflieger der größte Alltagsnachteil ist. Der Führerschein wird nach Wohnsitznahme umgetauscht.
Checkliste
- 183-Tage-Entscheidung treffen: nur passive Residenz (90 Tage) oder echte Steueransässigkeit, und die Heimat-Abmeldung konsequent dazu.
- Deutsche: § 2 AStG (erweiterte beschränkte Steuerpflicht) und Wegzugsbesteuerung vor dem Umzug prüfen; Neubrandenburg-Pflichten für die Rente klären.
- Schweizer: Pensionskassen- und 3a-Bezüge vor dem Wegzug strukturieren; ohne DBA ist die Quellensteuer definitiv.
- Österreicher: beschränkte Steuerpflicht der ASVG-Pension einplanen.
- Residenzpaket schnüren: 600.000-Euro-Investition, AFA-Kaution, private Vollversicherung, Wohnsitznachweis.
- Banken-Compliance vorbereiten: lückenlose Herkunftsnachweise sparen Monate.
- Immobilie erst nach einem vollen Winter, Ausländer-Erwerbsabgabe und Hanglage prüfen.
- Nachlass planen: Andorras Null-Erbschaftsteuer nutzen, Heimatanknüpfung der Erben und deutsche Fünf-Jahres-Nachwirkung prüfen, Rechtswahl im Testament.
- Pflege- und Spezialisten-Backup (Barcelona) schriftlich festlegen; Pflegegeld-Export gibt es nicht.
- Konten- und Goldstruktur ordnen (Andorra, Heimat, Zollfreilager).
Häufige Fragen (FAQ)
Wie funktioniert die passive Residenz? Nachweis ausreichender Mittel, private Krankenversicherung, Wohnsitz, dazu 600.000 Euro Investition in andorranische Werte inklusive einer Staatskaution bei der AFA. Pflichtaufenthalt nur 90 Tage pro Jahr, Verlängerung in wachsenden Schritten.
Reichen 90 Tage, um in Andorra steuerpflichtig zu werden? Nein, und das ist der meistmissverstandene Punkt: Steueransässig wird, wer 183 Tage überschreitet oder den Mittelpunkt seiner wirtschaftlichen Interessen verlegt. Wer nur 90 Tage kommt, bleibt regelmäßig in der Heimat steueransässig, mit allen Folgen.
Wie hoch sind die Steuern wirklich? Einkommensteuer 0 Prozent bis 24.000 Euro, 5 Prozent bis 40.000 Euro, 10 Prozent darüber, auch für Renten und Kapitalerträge. Keine Vermögensteuer, keine Erbschaft- und Schenkungsteuer, Mehrwertsteuer 4,5 Prozent.
Gibt es ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland, Österreich oder der Schweiz? Nein, mit keinem der drei; mit Deutschland besteht nur ein Informationsaustauschabkommen. Deutsche und österreichische gesetzliche Renten bleiben daheim beschränkt steuerpflichtig, für Schweizer ist die Quellensteuer auf Vorsorgeleistungen definitiv.
Was heißt das für deutsche Vermögende konkret? Andorra kann als Niedrigsteuerland gelten: Vor dem Wegzug gehören erweiterte beschränkte Steuerpflicht (§ 2 AStG), Wegzugsbesteuerung auf Beteiligungen und die fünfjährige erweiterte Erbschaftsteuerpflicht auf den Tisch. Danach ist es zu spät für Gestaltung.
Wie gut ist die medizinische Versorgung? Für die Landesgröße hervorragend, mit modernem Zentralkrankenhaus und eingespielter Anbindung an Barcelona und Toulouse für Spezialfälle. Passive Residenten brauchen eine private Vollversicherung; S1 und gesetzliche Kassen gelten hier nicht.
Ist Andorra teuer? Der Alltag ist dank 4,5 Prozent Mehrwertsteuer günstiger als bei den Nachbarn, das Wohnen dafür knapp und teuer. Ein Paar kalkuliert 3.000 bis 4.500 Euro; unter der Schweiz, über dem spanischen Umland.
Nimmt mein Pflegegeld den Umzug mit? Nein, es ruht (Drittstaat), und die Schweizer Hilflosenentschädigung wird nicht exportiert. Pflege wird privat organisiert, notfalls grenznah in Spanien.
Was passiert mit meinem Nachlass? Andorra erhebt keine Erbschaft- und Schenkungsteuer und gewährt weitgehende Testierfreiheit. Ob Deutschland oder die Schweiz über die Erben oder Nachwirkungsfristen zugreifen, hängt an deren Anknüpfungen; Österreich kennt keine Erbschaftsteuer.
Kann ich Andorraner werden? Theoretisch nach 20 Jahren und nur gegen Aufgabe des bisherigen Passes; praktisch bleibt man dauerhaft Resident. Für den Ruhestand ist das ohne jeden Nachteil.
Fazit
Andorra ist das europäische Gegenstück zu den Fernzielen dieser Seite: kein Abenteuer, sondern ein hochsicherer Bergstaat mit dem saubersten Steuerpaket des Kontinents, 10-Prozent-Deckel, null Erbschaftsteuer, null Vermögensteuer, Euro und DSGVO-Niveau inklusive. Bezahlt wird mit einer sechsstelligen Eintrittskarte, knappem teurem Wohnraum, fehlenden Abkommen mit Deutschland, Österreich und der Schweiz (für Schweizer Vorsorgekapital der teuerste Punkt) und einem Leben auf über 1.000 Metern ohne eigenen Flughafen. Wer die 183-Tage-Frage ernst nimmt, den Wegzug sauber strukturiert und Berge dem Meer vorzieht, findet hier den diskretesten Alterssitz Europas.
Beratungsgespräch anfragen: Du willst wissen, ob sich Andorra gegen Zypern, Monaco oder die Schweiz rechnet, wie du § 2 AStG und Wegzugsbesteuerung entschärfst und Schweizer Vorsorgebezüge vor dem Umzug strukturierst? Wir rechnen deinen Fall durch. Termin vereinbaren
Weiterführend: Steueratlas Andorra · FreedomBanking Plus · AssetProtection Plus · Ländervergleich: Malta, Liechtenstein, Schweiz, Zypern · Beste Länder für Rentner
Quellen
- BMF-Übersicht: Stand der Doppelbesteuerungsabkommen und anderer Abkommen im Steuerbereich, 1. Januar 2026 (bundesfinanzministerium.de); Andorra nur mit Informationsaustauschabkommen
- BMF Österreich: Liste der österreichischen Doppelbesteuerungsabkommen (bmf.gv.at); Andorra nicht enthalten
- SIF: Länderliste der schweizerischen Doppelbesteuerungsabkommen (sif.admin.ch); Andorra nicht enthalten
- Govern d’Andorra / Departament d’Immigració: residència sense activitat lucrativa (Investitions- und Kautionsbeträge)
- Departament de Tributs i de Fronteres: IRPF (Stufen 0/5/10 Prozent), IGI 4,5 Prozent; keine Erbschaft- und Vermögensteuer
- Deutsche Rentenversicherung: Rentenzahlung ins Ausland
Redaktioneller Hinweis: Stand 2026-07. Alle Angaben allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung. Investitions- und Kautionsbeträge der passiven Residenz sowie die Ausländer-Erwerbsabgabe wurden zuletzt mehrfach angepasst und sind vor Entscheidungen amtlich zu prüfen. DBA-Aussagen: kein Abkommen mit Deutschland, Österreich oder der Schweiz (Statusnachweise verlinkt); verbindlich sind allein die amtlichen Quellen.
